18:00 - 20:30

Große Interpreten . „Musik gegen Diktatur“ . Egidius Streiff & Markus Stange

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Große Interpreten . „Musik gegen Diktatur“ . Egidius Streiff (Violine) . Markus Stange (Klavier)

Zusammen mit dem renommierten Schweizer Violinvirtuosen Egidius Streiff bietet der anerkannte Pianist Markus Stange ein zurzeit brisantes Thema in der Reihe Große Interpreten an. „Musik gegen Diktatur“ – so der Titel des Gesprächskonzerts. Angesichts besorgniserregender Herrschaft von Diktaturen wird Musik gespielt von Komponisten wie Schumann, Janacek und Yun, die auf ihre Weise gegen Diktatur ankämpften. Selten wurde Musik losgelöst von der jeweiligen politischen Situation geschrieben, in der sich ihr Komponist befand. Franz Schubert, der in der Diktatur des Wiener Congresses jeden Liedtext bei der Polizei prüfen lassen musste, Robert Schumann, der es gewagt hatte, die Marseillaise in Wien erklingen zu lassen, Janacek, der gegen die Habsburger Herrschaft aufbegehrte und nicht zuletzt Isang Yun, der sogar von der Südkoreanischen Militärjunta entführt und zum Tode verurteilt war. Und heute? …

Markus Stange . ©Markus Stange

Als Professor für Klavier, im Fach Kammermusik und im instrumentalen Master Zeitgenössische Musik an der Hochschule für Musik Karlsruhe (HfM) ist der Pianist Markus Stange eine bekannte Musikergröße in der Hemingway Lounge. In Ludwigshafen/Rhein geboren, studierte Klavier und Komposition in Stuttgart, Lübeck und Prag. Er war Gründer und langjähriges Mitglied des Ensembles „piano & percussion“, das durch Kompositionsaufträge und Uraufführungen das Repertoire dieser Besetzung für zwei Pianisten und zwei Schlagzeuger entscheidend erweitert hat. Seine Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik führte zu einer engen Zusammenarbeit mit Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, György Ligeti, George Crumb, Peter Eötvös, außerdem auch mit vielen Komponisten der jüngeren Generation wie Adriana Hölszky, Joachim Krebs, Dror Feiler oder Albrecht Imbescheid. Markus Stange konzertierte auf internationalen Festivals, als Solist und Ensemble-Pianist wie auch als Spezialist für zeitgenössische Musik. Er spielte mit berühmten Ensembles und Orchestern. Rundfunk-und CD-Produktionen im In-und Ausland begleiteten seine umfangreiche künstlerische Tätigkeit. Zahlreiche Meisterkurse führten in vielen Ländern der Welt und dank seiner langjährigen klavierpädagogischen Arbeit mit Jugendlichen an der Musikschule Ostfildern unterrichtet Markus Stange als Professor für Klavier an der HfM. 2015 erschien beim Label NEOS eine Solo-CD mit George Crumb´s “Makrokosmos“ I und II. Er ist auch an der Konzeption einer Vielzahl von interdisziplinären musikalischen Projekten betraut.

 

Egidius Streiff hat sich seit seinem Studium als versatiler Violinist, aber vor allem als unwiderstehlicher Musiker profiliert. Dabei nimmt er auch international kulturpolitische Funktionen wahr. Pionierarbeit leistete er auch mit seinem innerkoreanischen Begegnungsprojekt parallel worlds unter dem Schutz der Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey: Unvergesslich bleibt die Aufführung von Schoecks Violinkonzert mit dem YII-Orchester Pyöngyang in 2005, und das daraus resultierende Projekt pyongyangklang.ch von November 2008 gilt als Meilenstein der kulturellen Zusammenarbeit mit Nordkorea. Er leitet an den Musikschulen Basel und Riehen eine Violinen Klasse und ist Co-Leiter des ensemble improcontra und seit August 2016 Mitglied des Leitungsteams des Streichensembles Molto Crescendo. Egidius Streiff kehrt mit seinen gut 50 Jahren zu seinen Anfängen zurück: Schumann und hochexpressive Stücke begeistern ihn heute wie vor dreißig Jahren leidenschaftlich. So brachte er damals die originale Violin Fassung des Cellokonzerts von Schumann zur Schweizer Erstaufführung. Später zog es ihn zu noch extrovertierteren Werken wie dem Violinkonzert von Bernd Alois Zimmermann, der phantasy op.47 von Arnold Schönberg oder der Bartok Solo-Sonate – natürlich in der Urfassung, hörbar auf seiner Debutaufnahme „Papa Bach“, die damals die Höchstauszeichnung für Spiel und Klang bekam, nur der Titel wurde belächelt. Zunehmend kehrt Egidius Streiffs Interesse zum reinen Klang zurück. Seine neuesten solistischen Arbeiten sind dokumentiert in einer CD mit Werken von Viktor Kalabis, einer Aufnahme der Sonate op.72 von Max Reger als Teil der preisgekrönten DVD „Maximum Reger“ sowie der posthumen Uraufführung und Ersteinspielung von Isang Yuns Violinsonate.

 

Beide Künstler, der zeitgenössischen Musik verpflichtet, setzen mit dem Konzert ein Zeichen gegen das Widererstarken neuester Diktaturen und einen Akzent für den Frieden. Seien Sie unbedingt dabei!

 

Eintritt: Regulär 20,- € . Mitglieder des Vereins KlangKunst e. V. 15,-€ . Schüler/Studierende 10,- €